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Der Dorfladen - die Umfrage

Nah versorgt, miteinander verbunden: was die Dorfladen-Umfrage über Adenbüttel und Rolfsbüttel verraten hat

Sie kennen das vielleicht: Sonntagnachmittag, der Kuchen ist halb angerührt- und der Hefewürfel fehlt. Genau dieses kleine Ärgernis war einer der Sätze in unserer Bürgerbefragung zum geplanten Dorfladen. Und es ist ein guter Einstieg in das, was die Menschen hier eigentlich umtreibt.

232 Haushalte haben mitgemacht- online wie auf Papier. Für ein Dorf unserer Größe ist das eine beeindruckende Zahl. Sie zeigt vor allem eins: Nahversorgung ist kein Randthema, das nur ein paar Engagierte beschäftigt. Es betrifft viele, quer durch alle Generationen.

Was die Befragung deutlich macht: Niemand wünscht sich den Tante-Emma-Laden von früher zurück. Den Großeinkauf erledigen die meisten weiterhin in Groß Schwülper oder Meine, und das wird auch so bleiben. Gefragt ist etwas anderes: das Frische, das Schnelle, das Spontane. Ganz oben auf der Wunschliste stehen Backwaren, Obst und Gemüse und Molkereiprodukte. Brötchen am Morgen, ohne dafür ins Auto zu steigen und gerne aus der Region.

Eine der beliebtesten Ideen löst übrigens das Sonntagsproblem von vorhin gleich mit: ein digitaler Zugang rund um die Uhr für registrierte Kundinnen und Kunden. Tagsüber mit Personal, abends und am Wochenende per Karte oder App und so käme man auch sonntags noch an den fehlenden Hefewürfel. Ganz oben bei den gewünschten Zusatzangeboten steht, fast schon unspektakulär, ein Post- und Paketshop. So ein Laden lebt von solchen kleinen, alltäglichen Gründen, mal vorbeizuschauen.

Denn um Einkaufen allein geht es ohnehin nicht. Viele wünschen sich einen Ort zum Verschnaufen, ein kleines Café, ein schwarzes Brett, einen Platz, an dem man sich trifft, ohne sich verabreden zu müssen. Einen Dorfladen, der ein bisschen auch Wohnzimmer ist. Gerade für ältere oder weniger mobile Nachbarn kann so ein Ort den Unterschied machen zwischen „mittendrin" und „abgehängt".

Spannend wird es beim Blick nach Rolfsbüttel. Dort sieht man das Ganze nüchterner und das aus nachvollziehbaren Gründen. Einen Paketshop gibt es im Ort bereits, und zum Einkaufen ist Hillerse oft der kürzere Weg. Viele Rolfsbütteler fragen deshalb völlig zu Recht: Was hat dieser Laden eigentlich mit uns zu tun?

Eine ehrliche Frage, die eine ehrliche Antwort verdient. Und die lautet: Am Ende geht es gar nicht ums Einkaufen. Es geht um Begegnung und darum, dass die Menschen aus beiden Ortsteilen ein mehr zusammenkommen. Wie Versorgung und Begegnung mit Rolfsbüttel künftig aussehen, wollen wir nicht von oben vorgeben, sondern gemeinsam in der AG Dorfladen erarbeiten. Gerade die Wünsche aus Rolfsbüttel sind uns dabei wichtig.

Anknüpfungspunkte gibt es genug. Rolfsbüttel hat ein wunderbares Dorfgemeinschaftshaus mit einer erstklassigen Küchenausstattung. In der Umfrage tauchte auch der Wunsch nach einem Kochkurs auf, gern mit Kindern.

Ein Dorfauto ist auch im Gespräch und das ließe sich vielseitiger einsetzen, als nur für den Einkauf. Die Jugend wollen wir ebenso im Blick behalten. Aus all dem kann etwas entstehen, das beide Dörfer verbindet, statt sie zu trennen.

Das Schönste an den Ergebnissen aber ist: Die Menschen wollen nicht nur konsumieren, sie wollen mit anpacken. 111 Befragte haben signalisiert, dass sie sich finanziell beteiligen würden. 48 Menschen möchten ehrenamtlich mithelfen, vom Regaleinräumen bis zur Betreuung des Webshops. Das ist mehr als Zustimmung. Das ist Mitverantwortung.

Ein Detail hat uns nachdenklich gemacht: 47 Fragebögen kamen leer zurück, bewusst und ordentlich abgegeben und nicht einfach im Altpapier gelandet. Darüber haben wir uns Gedanken gemacht. Ein leerer Bogen, den jemand extra einwirft, ist ja kein Desinteresse. Eher ein leises Signal: Hier fühlt sich noch nicht jeder abgeholt. Für uns ist das kein Urteil, sondern eine Einladung.

Klar ist: Aus den guten Ideen wird jetzt Schritt für Schritt ein tragfähiges Konzept gemeinsam mit Interessierten aus Adenbüttel und Rolfsbüttel erarbeitet. Die Umfrage war dafür der erste Pulsschlag. Und der ist, das darf man ruhig sagen, ziemlich kräftig.

Nicole Zakrzewski

Gemeinwesenarbeiterin